Boris Schmitz

Stammzellspende - die Abschlussuntersuchung

Am 9. Dezember war es soweit, ich war für morgens 8 Uhr eingeladen. Ich sollte nüchtern kommen, wegen einer nochmaligen Blutuntersuchung. Mein Arbeitgeber hat mir für den Untersuchungstag Sonderurlaub gewährt. Pünktlich erscheine ich im Gebäude 14.88 und lerne Schwester Barbara kennen. Sie teilt mir mit, dass ich heute nicht alleine bin, denn eine weitere Spenderin ist ebenfalls eingeladen.

Wie sich herausstellt heißt sie Maja, kommt aus Monheim und kommt auch als Spenderin in Frage, allerdings für einen anderen Patienten. Nun lerne ich auch endlich Frau Zander-Ullrich kennen, mit ihr hatte ich schon einige Mails ausgetauscht und telefoniert. Schwester Barbara entnimmt mir Blut und dann geht es auch schon los.

Frau Zander-Ullrich begleitet uns über den Uni Campus zum Krankenhausgebäude, wo die weiteren Untersuchungen stattfinden werden. Maja und ich bekamen ein Klemmbrett, wo div. Zettel befestigt sind, die bei den jeweiliigen Fachabteilungen zur Anmeldung abgegeben werden. Ausserdem ist dort noch ein Fragebogen zum allgemeinen Wohlbefinden und gefühltem Gesundheits- und Gemütszustand. Diesen können wir auf unserer Tour bei den Wartezeiten ausfüllen. 

Los geht es bei der Sonographie, wo wir von Fr. Zander-Ulrich angemeldet werden. Maja und ich setzen uns in den Wartebereich zu den anderen Patienten, aber das war nicht nötig, denn ich werde umgehend aufgerufen und in eine Kabine gebeten. Ich soll den Oberkörper frei machen und mich auf eine Liege legen. Sofort kommt die Ärztin und nimmt eine peinlich genaue Untersuchung meiner inneren Organe vor und unterhält sich währenddessen mit mir. Nach gefühlten 10 Minuten ist diese Untersuchung zu Ende. Die Ärztin gibt mir zur Kenntnis den Befund mit - meine Leber ist leicht vergrößert, aber noch im grünen Bereich und sonst ist auch alles da, wo es hingehört.

Als ich wieder rausgehe, ist Maja auch in der Untersuchung, also gehe ich weiter zur nächsten Station. Frau Zander-Ulrich hat uns vorher erklärt, wo die Stationen alle sind, aber es ist ja auch alles ausgeschildert. Ich gehe also weiter zum Röntgen, denn der Oberkörper, speziell die Lunge, soll geröntgt werden. Beim Röntgen sind 2 Patienten vor mir dran, hier werde ich nicht direkt drangenommen, sondern muss einen Moment warten. Währenddessen trifft auch Maja ein. Wenige Minuten später werde ich aufgerufen und 2 Bilder werden gemacht, eins von hinten und eins von der Seite. Alles in allem dauerte es nur wenige Minuten, dann kann ich zur nächsten Station, dem EKG.

Beim EKG ist die Hölle los, hier warten etliche Patienten. Man merkt deutlich, dass man in einem Krankenhaus ist. An der Anmeldung gebe ich meinen Laufzettel ab und man sagt mir, dass ich mit ca. 45 Minuten Wartezeit rechnen muss. Kein Problem, also im Warteraum hingesetzt und brav gewartet. Maja ist mittlerweile auch mit dem Röntgen durch und gesellt sich zu mir. Wir vertreiben uns die Zeit mit erzählen, lesen und Smartphone - ich update per Threema meine Frau.

Endlich, nach ca. einer Stunde, werde ich aufgerufen und bekomme das EKG gemacht, was nur ungefähr 3 Minuten dauert. Damit sind alle Untersuchungen abgeschlossen. Maja muss noch einen Moment warten, also gehe ich schon mal vor in das Bistro um dort endllich ein ausgiebiges Frühstück einzunehmen - auf das ich mich schon sehr gefreut habe. Maja gesellt sich kurz drauf zu mir und wir lassen uns das Frühstück schmecken.

Gemeinsam gehen wir über den Campus zurück zum Gebäude 14.88 und treffen dort auf              Dr. Tilo Robitzsch. Ihn hatte ich bei meinem ersten Termin des Bestätigungstests schon kennengelernt. Dr. Robitzsch nimmt Maja und mich mit in sein Büro und dort klärt er uns sehr ausführlich über alles weitere auf. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Risiken und Nebenwirkungen, die er nicht nur erläutert, sondern auch Hintergründe erklärt. An einigen Stellen erinnert es mich an meinen Biologieunterricht - symmetrische und asymetrische Zellteilung zum Beispiel.

Auch wird "Plan B" erläutert, die Entnahme per OP unter Vollnarkose aus dem Beckenkamm. Denn es kann immer mal sein, dass eine Entnahme per PBSC Verfahren nicht klappt, auch wenn das so gut wie nie vorkommt. Auch hier ließ Dr. Robitzsch sich unendlich viel Zeit und gab uns mehr als ausreichend Gelegenheit Fragen zu stellen.

Nach mehr als einer Stunde ist Dr. Robitzsch fertig und Maja und ich können noch Fragen stellen. Maja geht schon mal zu Schwester Barbara und erhält dort die Medikamente verbunden mit einem Spritzkurs, da sie sich ab dem 4. Tag vor der Entnahme ein Medikament spritzen muss.  

Für mich folgt noch ein persönliches Gespräch mit Dr. Robitzsch, wo wir uns alleine über meine Vorgeschichte unterhalten, er mir Fragen stellt und mich am Bauch und an den Lymphen abtastet. Nun habe ich noch mal Gelegenheit Fragen zu stellen, die ich evtl. vorher, da Maja dabei war, nicht hätte stellen wollen.

Dann geht´s noch mal zu Schwester Barbara, die mir die Medikamente, Spritzen, Schmerzmittel, Alkoholtücher, Tupfer etc, insgesamt 2 Tüten voll Zeugs mitgibt. Auf einen Spritzkurs verzichte ich, denn das Spritzen ist identisch mit Thrombosespritzen, die man sich unter die Bauchhaut gibt.

Sie zeigt mir noch, wie ich die Lösung zum spritzen vorbereite, die Spritze aufziehe und übergibt mir noch eine Liste mit Rufnummen, unter anderem eine 24h Notfallnummer. Sie ermutigt mich dort jederzeit anzurufen, sollte etwas sein.

Dann verabschieden wir uns und wünschen uns ein baldiges Wiedersehen - genauer gesagt am     27. Januar, dann nämlich soll die Entnahme stattfinden, es sei denn, die Blutuntersuchung würde noch ein Ausschlusskriterum wie z.B. Hapatitis oder HIV vorbringen. Auch kann es sein, dass sich seitens des Empfängers noch eine Terminverschiebung ergibt - dann erhalte ich noch Bescheid.